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St. Johannes Evangelist hat sich aus der Kapellengemeinde des St. Annastiftes in Südende in der heutigen
Lörracher Straße entwickelt. Das Annastift wurde 1891 von den Dominikanerinnen (Mutterhaus Arenberg)
gegründet und war zuletzt ein Säuglings- und Pflegeheim. 1914 wurde Dominikanerpater Antoninus Fabry
Hausgeistlicher des Annastiftes und versah im Auftrage des Steglitzer Pfarrers Dr. Deitmer auch die Seelsorge unter
den im Südender Ortsteil ansässigen Katholiken, deren Zahl sich Ende 1927 auf etwa 500 Seelen belief. Auf
Pater Antoninus Anregung hin entstand 1917 eine Ortsgruppe des III. Ordens vom Hl. Dominikus und 1922 außerdem
eine gesellige Vereinigung Südender Katholiken, die "Susogesellschaft" später "Katholische
Gesellschaft Südende".
Bald schon reichte die Kapelle für die anwachsende Gemeinde nicht mehr aus, sodass sich der zum
fürstbischöflichen Delegaten und Weihbischof ernannte Dr. Deitmer entschloss, dem Südender Orsteil
einen eigenen Seelsorger zu geben.
Am 14. Mai 1928 wurde Kuratus Felix Hinz, bisheriger Leiter des Katholischen Jugendamtes, als erster
hauptamtlicher Seelsorger bestellt mit dem besonderen Auftrag, die offiziell zur Steglitzer Rosenkranzgemeinde
gehörenden Katholiken zu einer Lokalie zusammenzufassen, eine neue Gemeinde zu gründen und aufzubauen
und zugleich nach einem größeren Gotteshaus Ausschau zu halten.
Im August wurde das "Mund’sche Restaurant" an der heutigen Sembritzkistraße/Ecke
Hanstedter Weg gekauft und umgebaut. Am 1. April 1929 konnte der neue Gottesdienstraum eingeweiht werden.
Den Hochaltar, Altarleuchter und -kreuz sowie die Kommunionbank spendete der Kaufmann Dr. Rudolf Brenninkmeyer.
1931 wurde der Umbau der Kegelbahn zum Pfarrheim für Vereinszwecke begonnen. Gleichzeitig wurde ein Turm
für zwei Glocken errichtet: Maria, Friedenskönigin und St. Johannes.
1939 wurde die Kuratie selbstständig und am 27. März 1941 mit 3.000 Gemeindemitgliedern zur Pfarrei
erhoben.
Dem schwersten Bombenangriff auf Südende am 23./24. August 1943 fielen auch die St. Johannes-Kirche, das
Pfarrhaus sowie das Annastift zum Opfer. Von da an wohnte der Pfarrer in der Villa eines Arztes und feierte dort die
Gottesdienste. Später konnten die Katholiken die evangelische Kirche nutzen, nach deren Zerstörung zog man
in einen Lichtspielsaal an der Worpsweder Straße. Weitere Notquatiere wurden notwendig, bis 1950 unter
Diözesanbaumeister Hinssen und Architekt Weber mit dem Kirchenneubau begonnen wurde.
Am 29. Juni 1951 erfolgte die Benediktion der neuen Kirche durch Pfarrer Hinz. Er war es auch, der den Bau
einer Kindertagestätte in der Sohnreystraße vorantrieb, die 1960 ihren Betrieb aufnehmen konnte.
Pfarrer Hinz war bis zu seinem krankheitsbedingten Ruhestand 35 Jahre lang unermüdlicher Seelsorger der St.
Johannesgemeinde.
Ihm folgte von 1963 bis 1970 Pfarrer Alfred Weidlich, der 1964 in das neue Pfarrhaus in der Sembritzkistraße
einziehen konnte. Unter seinem Nachfolger, Pfarrer Willibrord Kaulen (1970 - 1995) wurde Ende 1970 eine mechanische
Orgel aus der Freiburger Orgelbauwerkstatt Späth in den Dienst gestellt. Im Zusammenhang mit der Anbringung einer
Kreuzigungsgruppe an der Altarwand erfolgte 1979 eine Innenrenovierung der Kirche.
Von 1996 bis 1998 übernahm Pfarrer Manfred Ackermann als Administrator die Pfarrei. Die Kirche wurde 1998
erneut renoviert und erhielt ihre jetzige farbliche Innengestaltung. Unter dem letzten Administrator, Pfarrer Peter
Baumgart, konnte die Gemeinde im April 2004 ihr 75-jähriges Bestehen feiern. Am 1. Mai erfolgte dann die
Aufhebung der Pfarrei St. Johannes Evangelist. Sie bildet von nun an zusammen mit den Gemeinden
"Von der Auferstehung Christi" und "St. Benedikt" die neue Fusiongemeinde "St.
Benedikt". Als Gottesdienststätte bleibt sie jedoch weiterhin unter dem Patronat des Evangelisten Johannes
lebendig.
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